Erwartungsfroh und gut vorbereitet hat sich die Musikgesellschaft Teufenthal – Unterkulm am eidgenössischen Musikfest in Biel in der 4. Klasse gemessen. Leider ist der Konzertvortrag bei den Experten nicht gut angekommen, die Erfahrung war trotzdem einmalig.

Samstags früh morgens machte sich eine muntere Schar von knapp 30 Musikantinnen und Musikanten plus Begleitpersonen mit dem Car auf ans grösste Blasmusikfest der Welt nach Biel. Für viele Mitglieder der MGTU war es das erste Mal in ihrer Musik-Karriere überhaupt, dass sie an einem solchen Grossanlass teilnahmen. Mehr als 20‘000 Musikantinnen und Musikanten aus über 500 Vereinen haben sich am Auffahrtswochenende in verschiedenen Kategorien und Besetzungen sowohl in Konzertmusik, aber auch in Marschmusik (Parademusik) gemessen. Das Fest war trotz kurzfristiger Übernahme durch Biel, es hätte ursprünglich in Interlaken stattfinden sollen, einwandfrei organisiert. Das Festzentrum rund um das Bieler Kongresshaus und die Festmeile auf der Esplanade liessen eine einmalige Atmosphäre entstehen. Dichtgedrängt zwischen Streetfoodständen, Bars und Eventbühnen wurde gefachsimpelt, gefeiert, die Kameradschaft gepflegt. Im Kongresshaus gab es eine spannende Instrumentenausstellung, die wohl jedes Musikerherz höher schlagen liess und über die ganze Stadt verteilt in jeder Aula, Turnhalle und weiterer erdenklichen Konzertlocations waren die Wettbewerbslokale und Paradestrecken verteilt.

Die MGTU ist in der 4. Klasse Harmonie angetreten. Auf die Teilnahme an der Parademusik wurde bewusst verzichtet. In dieser Klasse ist die Instrumentation sowohl mit Blech- als auch mit Holzinstrumenten gefordert. Jeder Verein hat knapp eine Stunde Zeit, um sich in einem Saal vorzubereiten, aufzuwärmen, einzustimmen und letzte Abstimmungen zu machen. Der MGTU wurde eine umfunktionierte Turnhalle in unmittelbarer Nähe des Konzertlokals zugeteilt. Dann galt es ernst: Im Konzertsaal der Sahligut-Schulanlage wurde zuerst das Aufgabenstück „Palindrom“ vom Schweizer Komponisten Mario Bürki, welches extra als Wettbewerbsstück in Auftrag gegeben wurde und alle Musikgesellschaften der gleichen Kategorie 10 Wochen vor dem Fest zugestellt erhielten, vorgetragen. Bewertet wurde das Werk von 3 Juroren. Nach einer kurzen Pause und einem Jurywechsel spielte die MGTU ihr Selbstwahlstück „In all it’s Glory“ von James Swearingen, welches eine Klasse höher eingestuft ist und mit welchem die Musikantinnen und Musikanten bereits an den Jahreskonzerten für Begeisterung sorgten.

Nach rund 30 Minuten war der offizielle Einsatz dann auch schon wieder vorbei und man konnte das Fest bis in den frühen Abend geniessen mit Konzertvorträgen, Parademusik oder dem reichhaltigen Unterhaltungsprogramm. Bevor die Band zur Heimreise antrat, wurde Sie hervorragend verpflegt. In einer Dreifachturnhalle wurden im Stundentakt tausende Musikanten freundlich, aber straff organisiert mit feinem Riz Casimir und Salat und sogar einem Dessert verpflegt.

Die Benotung kam dann leider erst abends spät gegen 23 Uhr in der Musikfest-App, als die Musikantinnen und Musikanten schon wieder im Wynental waren. Die Enttäuschung war gross, dass der Vortrag wohl nicht gut bei den Experten Anklang fand. Mit 150 Punkten von 200 möglichen erhielt die MGTU zwar die Bezeichnung „ansprechender Vortrag“, belegte aber nur den 20. Platz. Im Expertenbericht der nun vorliegt, offenbarten sich Stimmungs- und Dynamikmängel. Die Interpretation, Solisten und insbesondere der Dirigent Yaroslav Kutsan kriegten aber ein grosses Lob der beiden Jury-Teams.

Neuuniformierung am Jugendfest

Die neue Uniform wurde zwar bereits am Eidgenössischen getragen. Nichtsdestotrotz wird sie am Jugendfest in Unterkulm am Sonntag 7. Juni eingeweiht. Um 11 Uhr startet der kleine Event mit den Wyna Valley Music Juniors und anschliessendem kleinen Konzert und Festakt mit Überraschungen der Musikgesellschaft. Im Anschluss kann in diversen Beizlis des Jugendfestes oder natürlich im Raclettestübli der MGTU der Sonntag genossen werden.